Clin d'oeil

La bonne bouffe

Essen, essen, essen! Essen lässt sich folgendermaßen definieren: ‚Man muss die Speise nach dem Kauen hinunterschlucken, um sich zu ernähren‘. Der Vorgang des Essens ist also für die meisten Menschen gleich. Wenn man das Wort jedoch auf einer zweiten Ebene genauer unter die Lupe nimmt, wird es mehrdeutig, das heißt, dass jede Person an etwas anderes denkt, wenn sie das Wort „essen“ hört. Die einen denken an ihre Lieblingsspeise, die anderen denken an ein leckeres Essen im Kreise der Familie zurück. Bei Magersüchtigen kann Essen Ekel hervorrufen, die am Niger lebenden Afrikaner denken dabei wohl eher an Hungersnot und für die Amerikaner reimt sich obendrein „essen“ ziemlich gut mit Fettleibigkeit! Wie man sieht ist der Begriff „Essen“ sehr vielseitig!

(http://www.francetop.net/article/Quelques+chiffres+dr%C3%B4les+et+int%C3%A9ressants+sur+la+bouffe)


Und gerade weil es das ist, hat es einen so hohen Stellenwert und ist in jedem Land anders. Schon die Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland sind beträchtlich. Wie viel Geld geben wir überhaupt für Essen aus? Wie viel Zeit wenden wir dafür auf und wie vielfältig essen wir?

Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich

Klar festzustellen ist, dass in Frankreich, im Gegensatz zu Deutschland, eine stärkere Tendenz zu anspruchsvollem Essen und dessen Qualität herrscht. In einem Land, welches die Michelin-Sterne erfunden hat und wo der Staat selbst Werbung dafür macht, man solle mindestens fünf Früchte am Tag essen, da muss der Stellenwert des Essen bedeutend höher liegen als in einem Land, in dem die Discounter versuchen, sich gegenseitig zu unterbieten und auch noch im Winter die billigsten Erdbeeren zu liefern. Ebenso lassen Ernährungstipps zum Beispiel auf französischen Cornflakes-Packungen oder auch der Speiseplan einer normalen Schulmensa in Frankreich darauf schließen, dass das Essverhalten hier anders sein muss. Das Interesse, das schon allein der Herkunft, Produktion und vor allem auch Zubereitung des Essens entgegen gebracht wird, ist um weiten ausgeprägter. Wo viele Deutsche schon beim Einkauf eher auf den Preis achten, schaut der Franzose doch lieber auf Qualität. Was führe ich meinem Körper zu, wann tue ich es, wie und vor allem auch mit wem?

Mindestens drei Mahlzeiten sind immer noch grundsätzlich Standard für die meisten Franzosen, die ihr Essen auch am liebsten im geselligen Kreise der Familie oder auch mit Freunden und Kollegen zu sich nehmen. Schnelles in sich hineinschlingen von Sandwiches oder ähnlichem auf der Straße, wie man es oft in Deutschland sieht, ist in Frankreich eher eine Seltenheit. Laut einem Arte-Bericht existiert das Wort „Fastfood“ in den Köpfen der Franzosen gar nicht, da diese sogar bei McDonalds mindestens 25 Minuten zum Essen bräuchten und die amerikanische Hamburger-Kette sogar zur internen Umgestaltung vom Schnellimbiss hin zum Restaurant bewegt hätten.

Regionale Besonderheiten

Laut „ANSES“ – der „Agence Nationale de Securité Sanitaire“, hat sich das Essverhalten der Franzosen in den letzten Jahren in verschiedenen Punkten sogar noch verbessert! Erwachsene und Jugendliche essen demnach seit den letzten zehn Jahren mehr Früchte und Gemüse am Tag und konsumieren weniger Alkohol als früher. Dennoch ist der Konsum von Kohlenhydraten und Ballaststoffen bedenklich niedrig und eine gewisse Tendenz hin zur Aufgabe eines normalen Essensrhythmus macht sich vor allem bei Jugendlichen ab 15 Jahren bemerkbar. Im nationalen Vergleich kam die ANSES zudem zu überraschenden und interessanten Ergebnissen. So sei beispielsweise der Gebrauch von Butter im Norden und Westen Frankreichs deutlich höher als im Süden und Osten, wo man eher Öl bevorzuge. Im Norden sei auch der Konsum von Kartoffeln und Süßigkeiten größer als im Süden, wo man lieber Gemüse esse. Kurios ist auch der unterschiedliche Konsum von Milchprodukten in Frankreich, da im Westen mehr frische Produkte wie zum Beispiel Joghurt beliebt sind, im Osten aber vor allem die Käseesser dominieren.

Französische Spezialitäten

Natürlich gibt es aber noch so manche Spezialitäten, die zu Recht über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden sind. Da wäre zum Beispiel das Baguette, der Crêpe, der Käse oder auch die Froschschenkel, sowie der berühmte Champagner oder Bordeaux-Rotwein. Das Baguette beispielsweise wurde angeblich in Paris von einem Österreicher das erste Mal Mitte des 19.Jahrhunderts im Dampfofen gebacken, ebenso wie das Croissant, welches der Legende nach aufgrund der Belagerung durch die Türken in Wien als halbmondförmiges Gebäck entstand. Der Crêpe hingegen kommt, wie vielleicht nur wenige wissen, ursprünglich aus der Bretagne und wird dort entweder süß mit „Caramel au beurre salé“ oder herzhaft als „Galette“ traditionell mit Schinken, Käse und Ei serviert. Bezüglich der Froschschenkel hier noch ein Tipp: am besten schmecken sie im Herbst, und wenn, dann nicht nach Fisch sondern nach zartem Hühnchen. Übrigens werden jedes Jahr 150 Mio. Froschschenkel von Asien nach Frankreich importiert. (Irgendwas muss also dran sein!)

Und wenn Sie selbst einmal vor Ort verkosten wollen hier noch einige Restaurant-Tipps in Straßburg : « La Lanterne » – selbstgebrautes Bier aus der Hasubrauerei (Mittwoch Aktionstag), « La Corde à Linge » in der Petite France, « La Cloche à Fromage » in der Rue des Tonneliers und « Le Crocodile » am Place Kléber, welches mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

 

Übrigens wussten Sie...

Das teuerste Lebensmittel der Welt ist ein französischer Wein aus dem Jahre 1787. Er kostet 46.228 Euro.

Das höchste Gebot auf ebay für eine Käsetoastscheibe, auf der angeblich das Antlitz der heiligen Maria zu sehen ist, lag bei fast 16 Mio. Euro.

Das Land mit der grössten Käseproduktion sind die USA.

Ein Kilo Zucker besteht aus 5 Mio. Zuckerkörnern.

 

 

Für ReD von Kathrin Kick und Constanze Knothe

 

Ressources complémentaires

Podcasts :

KÜLTÜR: La bonne bouffe
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Diese Woche beschäftigen wir uns im KÜLTÜR-Teil mit den Essgewohnheiten unserer französischen Nachbarn. Wir haben uns auf die Spuren des berühmten Baguettes begeben und Anwohner aus Straßburg nach ihrem Lieblingsessen befragt. Warum ist das französische Essen eigentlich so berühmt, dass es sogar den Preis der UNESCO für immaterielles Weltkulturerbe erhalten hat? Für ReD von Kathrin Kick und Constanze Knothe

Ein deutsches Menü in der Mensa Gallia
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L'AFGES, die Association Fédérative Générale des Etudiants de Strasbourg, vertritt seit mehr als 80 Jahren die Belange der Studierendengemeinschaft in Strasbourg. Die Studentenorganisation leitet die älteste Mensa Frankreichs- die Gallia. Regelmäβig werden dort Themenmenüs angeboten. Diesmal ein deutsches.

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